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Kinder und Gewicht
Lesedauer 4 min
Ruhig bleiben, klug handeln
Als Mutter oder Vater willst du das Beste für dein Kind und genau beim Gewicht wird es heikel: Zu viel Sorge verunsichert, Wegschauen hilft aber auch nicht. Wann lohnt es, genauer hinzusehen, und wie sprichst du es an, ohne dass Scham entsteht?
Wiegt mein Kind zu viel? Diese Frage geht vielen Eltern durch den Kopf beim Blick auf den vollen Teller, nach einem Kommentar der Verwandtschaft oder einer Bemerkung in der Kinderarztpraxis.
Mit dieser Sorge bist du nicht allein: Rund 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland gelten laut Robert Koch-Institut als übergewichtig, knapp 6 Prozent als adipös. Diese Werte sind seit Jahren stabil. Die gute Nachricht: Gerade weil sich früh viel bewegen lässt, lohnt ein aufmerksamer, aber auch entspannter Blick. Was hilft bei der Einordnung des Gewichts? Anders als bei Erwachsenen funktioniert die einfache BMI-Tabelle bei Kindern nicht. Weil sich Körperbau und Fettanteil im Wachstum ständig verändern, nutzt man sogenannte BMI-Perzentilkurven, die Alter und Geschlecht berücksichtigen. Wo dein Kind genau steht, ordnet die Kinderärztin oder Kinderarzt am besten bei den regelmäßigen U-Untersuchungen ein – die sind dafür der ideale Anlass.
Kleine Hilfen für die Ernährung im Alltag
Ein entspannter Umgang mit der Ernährung und dem Gewicht fängt schon im Alltag an. Der Fokus liegt hier nicht auf Kontrolle sondern auf kleinen Gewohnheiten: Mahlzeiten ohne Bildschirm, Wasser statt Saft, Bewegung, die Spaß macht statt Sport als Pflichtprogramm.
Miteinander sprechen Heikler als das Was ist oft das Wie. Worauf kann ich als Eltern achten, wenn ich mit meinem Kind zum Thema Ernährung ins Gespräch kommen möchte. Wichtig zu wissen ist, dass Kommentare über den Körper oder Verbote Kinder schnell unter Druck setzen können. Auf diese Weise kannst du das Thema ansprechen, ohne dass Scham entsteht. So bleibt Gewicht ein Nebenthema und ein gesunder Umgang mit dem eigenen Körper das eigentliche Ziel.
Tipps für eine hilfreiches Gespräch
Diese Punkte helfen dir, das Thema behutsam anzugehen:
  • Mach nicht das Gewicht zum Thema, sondern das Wohlbefinden. Sprich über Energie, Fitness und gemeinsames Wohlfühlen, nicht über Kilos oder Aussehen – so vermeidest du Druck und Scham.
  • Setz dein Kind niemals auf Diät. Diäten können das Gefühl für Hunger und Sättigung stören und Essstörungen begünstigen. Besser ist eine altersgerechte, ausgewogene Ernährung. Hier helfen Ernährungsberatungen oder auch die Kinderarztpraxis weiter.
  • Binde die ganze Familie ein – nicht nur das Kind. Gesunde Gewohnheiten entstehen am besten gemeinsam, Schritt für Schritt.
  • Sei Vorbild, statt zu ermahnen. Kinder schauen sich viel von ihren Eltern ab. Dein eigenes Verhalten wirkt stärker als jeder Rat.
  • Bau Bewegung beiläufig in den Alltag ein. Es muss nicht immer Sport sein: Mithelfen im Haushalt, Treppe statt Aufzug oder der Schulweg zu Fuß zählen genauso.
  • Nimm dir den Druck, es liegt nicht allein an dir. Übergewicht ist ein ganzheitliches Thema, keine „Elternschuld".
  • Im Zweifel: ärztlich einordnen lassen. Ob das Gewicht wirklich auffällig ist, kann am besten der Kinderarzt bzw. die Kinderärztin einordnen.
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