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Gesundes Gewicht
Lesedauer 5 min
Was die Waage nicht über dich weiß
Zwei Menschen, ähnliche Ernährung, gleich viel Bewegung – und trotzdem nimmt der eine zu, während der andere sein Gewicht spielend leicht hält. Wie kann das sein? Und ist die Frage „Wie viel wiege ich?" allein wirklich entscheidend?
Dein Körper folgt eigenen Regeln
Die Antwort hat weniger mit Disziplin zu tun, als du vielleicht denkst. Wie dein Körper Nährstoffe verarbeitet, hängt von vielen Dingen ab und einige davon hast du gar nicht in der Hand.
Dein Gewicht entsteht aus einem komplexen Zusammenspiel von Genen, Hormonen und Lebensstil, also Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stress. Deine Gene und Hormone prägen Hunger, Sättigung und Stoffwechsel mit. Aber auch dein Verhalten und dein Umfeld können diese Effekte deutlich abmildern oder verstärken. Je nachdem wie alles ineinandergreift, nimmt der eine beispielsweise viel leichter zu als die andere.
Ein Beispiel: Stell dir vier Wochen mit wenig Schlaf vor. Du hast Stress, schläfst wenig, isst unregelmäßig. Dein Körper schüttet nun mehr vom Hungerhormon Ghrelin aus und weniger vom Sättigungshormon Leptin. Heißt mehr Appetit, vor allem auf Süßes und Fettiges. Gleichzeitig hält der Stress deinen Cortisolspiegel hoch, ein Hormon, das die Fettspeicherung am Bauch begünstigt. Und weil du müde bist, bewegst du dich weniger. So ergeben sich Effekte, die zusammen aufs Gewicht wirken. Wie stark ist auch eine Frage der Veranlagung: Bei einigen reagiert dieses Hunger-Sättigungs-System empfindlicher als bei anderen.
Deine Blutwerte zählen
Doch dein Gewicht allein sagt nicht immer etwas darüber aus, wie gesund du bist. Genauso wichtig ist, wie gut deine Stoffwechselwerte wie Blutzucker und Blutfette sind, wie hoch dein Blutdruck ist und an welchen Stellen im Körper dein Organismus Fett speichert. Was ist damit gemeint? Ein normalgewichtiger Mensch, der aber relativ viel Fett am Bauch trägt, kann durchaus ein gesundheitliches Problem haben. Dieses tiefe Bauchfett – das viszerale Fett – umgibt Organe wie Leber und Darm, ist stoffwechselaktiv und erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Das heißt: Man kann normalgewichtig sein und ungünstige Stoffwechselwerte haben oder etwas mehr wiegen und gute Werte aufweisen.Auswertungen großer Studien zeigen sogar, dass schlanke Menschen mit schlechten Stoffwechselwerten ein höheres Herz-Kreislauf-Risiko tragen als Übergewichtige mit guten Werten.
Die Waage zeigt also ein wichtiges Puzzleteil, aber nicht das ganze Bild.
Worauf du achten kannst
Dennoch ist es sinnvoll das eigene Gewicht im Blick zu haben. Du musst dafür nicht täglich auf die Waage steigen, denn leichte Gewichtsschwankungen sind völlig normal, zum Beispiel zwei bis drei Kilogramm innerhalb weniger Tage oder Wochen. Verantwortlich dafür sind unter anderem Wassereinlagerungen des Körpers oder Hormonschwankungen. Eine tägliche Kontrolle ist bei bestimmten Krankheitsbildern sinnvoll, zum Beispiel einer Nieren- oder Herzschwäche.
Interessant für deine Gesundheit ist eher der Gewichtsverlauf: Ein stabiles Gewicht sagt mehr aus als eine einzelne Momentaufnahme.
Aufhorchen solltest du bei ungewolltem Auf oder Ab. Verändert sich dein Gewicht deutlich, ohne dass du an Ernährung oder Bewegung etwas geändert hast, steckt dahinter oft ein Signal des Körpers. Lass ungewollt starke Gewichtsschwankungen innerhalb eines halben Jahres am besten ärztlich abklären
Was deinem Körper guttut
Es geht nicht um Verzicht oder strenge Regeln, sondern um Gewohnheiten, mit denen du dich rundum wohlfühlst. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die WHO bringen es auf ein paar einfache Punkte:
Beim Essen
  • Bunt und pflanzenbetont: viel Gemüse und Obst, dazu Vollkorn, Hülsenfrüchte und Nüsse – tierische Produkte in Maßen.
  • Wasser ist dein bestes Getränk, zuckerhaltige Drinks die Ausnahme.
  • Pflanzliche Öle bevorzugen; bei Fleisch, Süßem und stark Verarbeitetem ruhig zurückhaltend sein.
  • Und das Wichtigste: in Ruhe essen und genießen.
Bei der Bewegung
  • Rund 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche tun Herz, Stoffwechsel und Stimmung gut. Das sind etwa 20 Minuten am Tag.
  • Zweimal die Woche die Muskeln fordern, zum Beispiel mit Treppensteigen oder einfachen Übungen.
  • Alltagsbewegung zählt voll mit: zu Fuß, mit dem Rad, im Garten oder Haushalt.
Kleine, alltagstaugliche Schritte wirken wohltuend auf deine Gesundheit, ganz unabhängig von der Zahl auf der Waage.
Ein gesundes Zielgewicht kann bei jedem etwas anders aussehen. Für die einen heißt es abnehmen, für andere schlicht das Gewicht halten und für manche, etwa im höheren Alter, sogar bewusst zunehmen
Auch wenn es einen Spielraum für gesundes Gewicht gibt, grenzenlos ist er nicht: Starkes Übergewicht und Untergewicht sind echte Gesundheitsrisiken. Und auch dazwischen zählt nicht die reine Zahl, sondern das Zusammenspiel aus Bauchfett, Werten und Fitness.
Bleib am besten mit deinem Hausarzt oder deiner Hausärztin im Gespräch und nutze die Bleib am besten mit deinem Hausarzt oder deiner Hausärztin im Gespräch und nutze die regelmäßigen Gesundheits‒Check‒up-Termine damit alles im Gleichgewicht bleibt.
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