Gefährliche Trends
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Dein Feed, dein Körperbild: ein Faktencheck
Ob extrem dünn oder perfekt definiert, dein Feed ist voll von schnellen Wegen zum „besseren" Körper. Was selten dabeisteht: welchen Preis du dafür zahlst.
Nach Jahren von Body Positivity dreht sich der Wind in den sozialen Medien wieder. Die Magerkeit als Disziplin und Lebensstil ist zurück und wird gefeiert: Dünnsein wird mit Selbstwert gleichsetzt. Bei jungen Männern läuft derselbe Druck unter anderem Vorzeichen. „Looksmaxxing" heißt der Trend, das eigene Aussehen systematisch zu „maximieren": markante Kinnlinie, definierter, muskulöser Körper. Was harmlos mit Hautpflege, Sport und Ernährung beginnt, kann in einen Zwang kippen bis hin zu riskanten körperlichen Eingriffen.
Die Folgen der Extrem-Trends
Was in all diesen Clips fehlt, ist der ehrliche Teil. Wer zum Beispiel Crash-Diäten macht, extrem viel Sport treibt oder radikal hungert, verliert zuerst vor allem Wasser und Muskeln, nicht das Fett, das eigentlich schmelzen sollte. Der Körper schaltet in den Sparmodus, und sobald man wieder normal isst, kommen die Kilos zurück: der berühmte Jo-Jo-Effekt. Hält der Mangel an, meldet sich der Körper mit Müdigkeit, Schwindel und einem geschwächten Immunsystem. Auf Dauer leiden Muskeln, Knochendichte und Herz-Kreislauf-System; bei jungen Frauen kann die Periode ausbleiben, langfristig drohen Knochenschwund und Fruchtbarkeitsprobleme. Die Gesundheit bleibt auf der Strecke.
Optimierung ohne Ende
Was die Trends in Social Media weiter verschärft: Die Optimierung selbst kennt keinen Zielpunkt. Der „perfekte" Körper ist nie ganz erreicht, und ständiges Kontrollieren, Zählen und Vergleichen kann – bei allen Geschlechtern – in ein stark gestörtes Essverhalten und Körperbild kippen.
Wird aus dem Trend eine Erkrankung, ist das ernst: Magersucht ist die psychische Erkrankung mit der höchsten Sterblichkeit. Genau deshalb zählt jeder frühe Schritt: Je eher man sich Hilfe holt, desto besser stehen die Chancen.
Der ehrlichere und gesündere Weg kommt ganz ohne Deadline und strenge Regeln aus. Meist sind es die kleinen, alltäglichen Dinge, die wirklich etwas bewegen. Und: Die Bilder aus deinem Feed entsprechen nur selten der Realität. Wer sieht schon so perfekt aus? Wenn dir das alles gerade nahegeht: Mit jemandem darüber zu reden, kann schon spürbar entlasten.