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Impfschutz fürs Leben
Lesedauer 4 min
Warum Impfen kein einmaliges Thema ist
Impfpass rausgeholt und festgestellt: Der letzte Eintrag ist von 2003. Das kennen viele. Dabei verändert sich je nach Lebensabschnitt, welche Impfungen wirklich zählen und welcher Schutz längst nachgebessert werden sollte.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut überprüft jedes Jahr die wissenschaftlichen Erkenntnisse und gibt darauf basierend Empfehlungen heraus: vom Säuglingsalter an bis ins hohe Alter. Dieser Impfkalender ist eine verlässliche Grundlage dafür, was wann sinnvoll ist.
Kinder und Jugendliche starten früh: Schon im ersten Lebensjahr stehen zum Beispiel Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Keuchhusten, Hepatitis B und weitere Erkrankungen auf dem Plan. Bis zur Einschulung sollte der Grundschutz vollständig sein. In der Pubertät kommen dann unter anderem die HPV-Impfung und die Standardimpfung gegen Meningokokken A, C, W und Y für 12- bis 14-Jährige hinzu.
Erwachsene unterschätzen oft, wie schnell der Impfschutz nachlässt. Hier gilt es dann den begonnenen Impfschutz entsprechend auffrischen zu lassen und diesen auch entsprechend der STIKO-Empfehlungen zu erweitern. Geimpft zu sein, ist nicht nur für sich persönlich wichtig, sondern schützt auch die Menschen um uns herum. Keuchhusten zum Beispiel ist nicht nur ein Kinderthema. Wer das Bakterium unbemerkt weitergibt, gefährdet damit Babys, die noch keine eigene Immunantwort aufgebaut haben. Ein aktueller Impfstatus ist deshalb nie nur eine persönliche Entscheidung: Neugeborene, Menschen mit Immunschwäche oder schwerer Grunderkrankung verlassen sich darauf, dass das Umfeld diese Lücke schließt.
Ältere Menschen ab 60 haben ein Immunsystem, das auf Krankheitserreger weniger stark reagiert. Deshalb empfiehlt die STIKO speziell für diese Gruppe die jährliche Grippeimpfung sowie Impfungen gegen Gürtelrose (Herpes Zoster) in zwei Dosen und gegen Pneumokokken.
Kurz erklärt: Warum Impfschutz nachlässt
Wenn ein Impfschutz schwächer wird, liegt das nicht an schlechten Impfstoffen. Nach einer Impfung bildet der Körper Antikörper und ein immunologisches Gedächtnis, das heißt, das Immunsystem reagiert bei erneutem Kontakt mit einem Erreger schneller und stärker. Aber bei manchen Erregern sinken die Antikörperspiegel über die Jahre ab. Bei anderen, wie dem Grippevirus, verändert sich der Erreger selbst jährlich neu. Und im Alter reagiert das Immunsystem generell weniger schlagkräftig. Auffrischungen sind deshalb keine Schwäche des Impfsystems, sondern ein normaler Teil davon.
Wo stehst du gerade? Dein nächster Schritt
Je nach Lebensphase sind andere Fragen für dich relevant. Hier sind die wichtigsten auf einen Blick:
  • Du hast Kinder oder Babys im Umfeld? Säuglinge sind in den ersten Lebensmonaten besonders gefährdet, weil ihr eigener Impfschutz noch nicht aufgebaut ist. Den Impfpass beim nächsten U-Termin mitbringen, die Praxis schaut direkt, was noch offen ist.
  • Du bist zwischen 20 und 50? Tetanus und Diphtherie müssen alle zehn Jahre aufgefrischt werden, viele verlieren das aus den Augen. Liegt der letzte Eintrag im Impfpass über zehn Jahre zurück, sprich das einfach beim nächsten Arzttermin kurz an.
  • Du bist schwanger oder planst schwanger zu werden? Die STIKO empfiehlt in der Schwangerschaft ausdrücklich die Grippeimpfung sowie eine Keuchhusten-Auffrischung ab der 28. Schwangerschaftswoche. Der Grund: Der Schutz geht direkt auf das Neugeborene über und schützt es in den ersten Lebensmonaten, bevor es selbst geimpft werden kann. Wir unterstützen deine gesunde Schwangerschaft mit unserem umfassenden Vorsorgeprogramm BKK BabyCare.
  • Du planst eine Reise in eine tropische Region? Je nach Zielland, Dauer und Unterkunftsart gelten andere Empfehlungen. Idealerweise vier bis sechs Wochen vor Abflug eine reisemedizinische Beratung buchen, denn dann ist noch Zeit für alle nötigen Impfungen.
  • Du bist 60 oder älter? Gürtelrose und Pneumokokken sind die zwei Impfungen, die jetzt besonders zählen und die schnell erledigt sind. Einfach beim nächsten Hausarzttermin ansprechen.
  • Kein Impfpass mehr vorhanden? Die Praxis kann den Impfstatus vorhandener Unterlagen einschätzen: Es gibt die Möglichkeit, Informationen zu früheren Impfungen aus ärztlichen Unterlagen einzuholen. Die Praxen sind verpflichtet, die Unterlagen mindestens zehn Jahre aufzubewahren. Bei den meisten Patienten und Patientinnen erfolgen Impfungen nach der Kindheit beim Hausarzt oder bei der Hausärztin. Häufig werden fehlende Impfungen nach STIKO einfach nachgeholt, bei gesunden Menschen ist diese erneute Impfung nicht bedenklich und überfordert auch das Immunsystem nicht.
Kein erhöhtes Krebsrisiko bei Corona-Impfung
Es gibt immer wieder Diskussionen und Meldungen dazu, ob Impfungen wie beispielsweise die mRNA-Impfung gegen das Corona-Virus das Krebsrisiko erhöhen und „Turbokrebs“ auslösen kann. Aktuell gibt es keine belastbaren wissenschaftlichen Belege dafür, dass COVID-19- oder mRNA-Impfstoffe Krebs oder „Turbokrebs“ auslösen. In den verfügbaren Krebsregister- und Sicherheitsdaten gibt es derzeit keine belastbaren Hinweise auf einen impfbedingten Anstieg von Krebsfällen oder Krebssterblichkeit. Mehr Informationen findest du beispielsweise auch beim Robert Koch Institut RKI zum Thema „Krebs und Impfung“.
Gut zu wissen: Alle STIKO-Standardimpfungen werden von der BKK übernommen – einfach Termin vereinbaren und Impfpass mitbringen. Außerdem bieten viele Unternehmen in Kooperation mit der BKK eine betriebliche Grippeimpfung an.
MEHR LEISTUNG FÜR DICH
Impfungen: Rundumschutz für deine Gesundheit
Wir übernehmen alle Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) ; www.rki.de) empfohlen werden. Dazu zählen Standardimpfungen wie die gegen Tetanus oder Röteln sowie Indikationsimpfungen wie die gegen Hepatitis B, sofern der Arzt diese für medizinisch notwendig hält. Außerdem erstatten wir dir zusätzlich die Kosten für Schutzimpfungen für deine private Auslandsreise oder für andere ärztlich empfohlene Impfungen.