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Gut geplant: Reiseschutzimpfung
Lesedauer 4 min
Entspannt vorbereitet in den Urlaub
Fernreise gebucht, Koffer in Gedanken schon gepackt und dann fällt einem ein: Wie sieht es eigentlich mit meinem Impfschutz aus? Das solltest du bedenken, damit du deinen Urlaub gesund genießen kannst.
Den eigenen Impfschutz und den der Familie im Blick zu haben, ist gar nicht so einfach. Gerade als erwachsener Mensch liegen etliche Impfungen schon Jahre zurück. Höchste Zeit also, mal wieder einen Blick in den Impfpass zu werfen, wenn der nächste Urlaub ansteht – vor allem, wenn du in bestimmte Regionen der Welt reisen möchtest.
Der wichtigste Tipp vorab: vier bis sechs Wochen vor Abflug einen Termin zur reisemedizinischen Beratung machen. Denn wer beispielsweise eine Grundimmunisierung braucht – etwa gegen Hepatitis B oder Tollwut, weil er noch nie geimpft wurde – sollte sogar deutlich früher planen: Manche Impfserien brauchen bis zu sechs Monate bis sie komplett sind und wirken. Wer früh genug dran ist, hat alle Optionen offen. In der Beratung selbst geht es um dich persönlich: Reiseziel, Dauer, Unterkunft und Gesundheitssituation werden diskutiert.
Wer in zeitlicher Not ist, kann unter Umständen auf ein Schnellimpfschema zurückgreifen, dass für einige Impfungen existiert.
Welche Impfungen für welches Reiseziel?
Was konkret empfohlen wird, hängt stark davon ab, wohin die Reise geht.
Hier ein erster Überblick:
Die Impfung gegen …
  • … Hepatitis A ist eine der häufigsten Empfehlungen: Das Virus steckt in verunreinigtem Wasser und Lebensmitteln und ist in weiten Teilen Asiens, Afrikas, Lateinamerikas und Süd- und Osteuropas präsent.
  • … Typhus ist vor allem dann sinnvoll, wenn Streetfood, Märkte und einfache Unterkünfte zum Reisestil gehören. Risikogebiete sind Südamerika, Afrika und Südostasien.
  • … Gelbfieber ist eine schwere Virusinfektion, die durch eine bestimmte Mückenart übertragen wird. Die Impfung ist in bestimmten Ländern Afrikas und Südamerika Pflicht: Ohne Nachweis im Internationalen Impfausweis darfst du nicht einreisen. Wichtig dabei: Gelbfieber-Impfungen dürfen nur an autorisierten Impfstellen durchgeführt werden. Tropeninstitute und reisemedizinische Zentren sind hier die richtige Anlaufstelle, denn nicht jede Hausarztpraxis ist zugelassen. Einmal geimpft, bist du lebenslang abgesichert.
  • … Japanische Enzephalitis ist sinnvoll für Reisen nach Asien, vor allem in ländlichen Regionen während und den Wochen nach der Regenzeit. Übertragen wird die Krankheit durch bestimmte Moskitos und von Haustieren wie Schweinen und Wasservögeln.
  • … Meningokokken ACWY empfiehlt sich bei längeren Aufenthalten in Saudi-Arabien, in der Sahel-Zone, Kamerun, Kenia und Tansania.
  • … Tollwut ist sinnvoll, da eine Ansteckung in vielen Ländern weltweit möglich ist. Zu den meisten Infektionen kommt es in Entwicklungsländern, ein großer Teil in Asien und Afrika. Die schwere Virusinfektion greift das zentrale Nervensystem an und endet fast immer tödlich.
  • … Malaria gibt es nicht, aber dafür eine Medikamentenprophylaxe. Sie ist aber genauso wichtig. Für Reisen in bestimmte Regionen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas empfiehlt die reisemedizinische Beratung spezifische Medikamente, die vor und während der Reise eingenommen werden. Übertragen wird die Krankheit durch die Anopheles-Mücke.
Schutz vor Ort
Wenn du an deinem Reiseziel angekommen bist, kannst du aktiv selbst etwas tun, um dich vor Krankheiten zu schützen. In bestimmten Regionen der Welt ist es zum Beispiel sinnvoll das dortige Trinkwasser abzukochen, zu filtern oder nur gekauftes Wasser in versiegelten Flaschen zu verwenden. Auch für das Zähneputzen oder den Abwasch gelten diese Maßnahmen. Lebensmittel solltest du stets sehr gründlich abspülen und regelmäßig deine Hände waschen. Achte darauf, dass deine Speisen stets gut durchgegart sind.
Was ist bei Reisen mit Kindern oder Vorerkrankungen?
Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte die reisemedizinische Beratung unbedingt frühzeitig aufsuchen. Nicht alle Reiseimpfstoffe sind für jedes Alter zugelassen, manche müssen früher gegeben werden und einige Reiseziele sind für Säuglinge und Kleinkinder generell mit höherem Risiko verbunden. Das lässt sich individuell klären, aber dafür braucht es Zeit. Menschen mit Vorerkrankungen – etwa Diabetes, Immunschwäche oder chronischen Erkrankungen – sollten das in der Beratung unbedingt ansprechen. Manche Lebendimpfstoffe sind für sie nicht geeignet, und die Ärztin beziehungsweise der Arzt kann gezielt auf die individuelle Situation eingehen.
Der internationale Impfausweis
Vor dem Arzttermin lohnt sich ein kurzer Blick in den Impfpass: Tetanus, Diphtherie, Masern – wer weiß, was aktuell ist, spart Zeit beim Termin. Außerdem brauchst du für Reisen in bestimmte Länder den Internationalen Impfausweis (das gelbe Heft) – nicht den deutschen Impfpass (weiße Faltausweise). Wer keinen hat, kann ihn beim Arzt ausstellen lassen.
Tipp: Für einen ersten digitalen Überblick nach Reiseziel bieten das Auswärtige Amt, die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) und die STIKO-App länderspezifische Empfehlungen. Das hilft bei der Vorbereitung, ist aber kein Ersatz für die persönliche Beratung.
MEHR LEISTUNG FÜR DICH
Reiseschutzimpfungen
Viele Reiseschutzimpfungen werden von der BKK Salzgitter übernommen oder bezuschusst – je nach Impfung und Reiseziel. Manche Impfungen gelten als Standardimpfung und werden grundsätzlich erstattet, andere fallen in die Kategorie Reiseimpfung und können je nach Tarif bezuschusst werden. Am besten vorher kurz nachfragen.