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Die Impfung ab 60
Lesedauer 3 min
Gürtelrose vorbeugen
Etwa jeder Vierte erkrankt im Laufe seines Lebens an Gürtelrose, es betrifft vor allem Menschen über 50 Jahren und mehrere Hunderttausend erkranken jährlich. Kein Nischenthema also, sondern eine Erkrankung, die statistisch gesehen viele treffen wird. Und eine, die sich durch Impfung wirksam vorbeugen lässt.
wie erkrankt man an gürtelrose?
Wer beispielsweise als Kind Windpocken hatte, trägt das Varizella-Zoster-Virus ein Leben lang in sich. Es nistet sich in den Nervenzellen des Gehirns oder Rückenmarks ein, es bleibt zunächst inaktiv – bis das Immunsystem einmal geschwächt ist. Ab etwa 60 Jahren lässt die Abwehrkraft messbar nach, was die Reaktivierung des Virus begünstigt. Dann kann das Virus wieder aktiv werden und als Gürtelrose zurückkehren: mit brennenden, oft gürtelförmigen Bläschen auf der Haut, Fieber und starken Nervenschmerzen.
Was viele nicht wissen: Gürtelrose selbst ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Allerdings kann das Bläschensekret bei Menschen ohne Windpocken-Immunität – etwa ungeimpften Kleinkindern – Windpocken auslösen, aber nicht Gürtelrose. Solange die Bläschen offen sind, ist also Vorsicht im Umgang mit ungeimpften Personen geboten.
Die unterschätzte Langzeitfolge
Selbst nach dem Abklingen der Hauterscheinungen können die sogenannten postherpetischen Neuralgien – anhaltende Nervenschmerzen entlang der betroffenen Nervenbahnen – noch Monate oder Jahre fortbestehen. Sie schränken den Alltag erheblich ein und sind mit herkömmlichen Schmerzmitteln oft schwer zu behandeln. Genau deshalb lohnt es sich, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen.
Die Impfung: Was du wissen solltest
Ab 60 lautet die klare Empfehlung der Ständigen Impfkommission STIKO: impfen lassen. Es sind zwei Termine in der Hausarztpraxis nötig, der zweite irgendwann zwischen zwei und sechs Monaten nach dem ersten. Das lässt sich gut in den Alltag einplanen. Die Wirksamkeit ist gut belegt und bleibt auch im höheren Alter stark. Für Personen mit bestimmten Grunderkrankungen oder Immunschwäche empfiehlt die STIKO die Gürtelrose-Impfung inzwischen teils bereits ab 18 Jahren.
Gut zu wissen: Die Gürtelrose‒Impfung ab 60 ist eine STIKO-Standardempfehlung und wird von deiner BKK Public übernommen.
Und wer Gürtelrose schon hatte?
Eine durchgemachte Gürtelrose schützt nicht zuverlässig vor einem erneuten Auftreten, denn das Virus bleibt im Körper und kann sich erneut reaktivieren. Die STIKO empfiehlt die Impfung deshalb auch für Menschen, die bereits erkrankt waren. Zwischen der durchgemachten Erkrankung und der Impfung sollten mindestens zwölf Monate liegen.
Wie verträglich ist die Impfung?
Gegeben wird der Totimpfstoff Shingrix, kombiniert mit einem Wirkungsverstärker. Das bedeutet für dich: Reaktionen an der Einstichstelle sowie kurzzeitige Müdigkeit oder Gliederschmerzen in den ein bis zwei Tagen nach der Impfung kommen häufiger vor als bei anderen Impfungen. Das klingt schnell wieder ab und ist kein Grund zur Sorge.