Ballaststoffreiche Ernährung ohne Aufwand
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Kleine Tricks mit großer Wirkung!
Hand aufs Herz: Weißt du, wie viele Ballaststoffe du heute schon zu dir genommen hast? Vermutlich nicht und das ist auch nicht nötig. Denn mit ein paar smarten Alltagstricks lässt sich die Ballaststoffzufuhr steigern, ohne komplizierte Ernährungspläne.
Ballaststoffe sind wie ein Fitnessprogramm für den Verdauungstrakt. Sie bringen den Darm in Schwung, füttern die guten Bakterien im Mikrobiom und halten länger satt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt mindestens 30 Gramm pro Tag – doch die Realität sieht anders aus: Frauen nehmen durchschnittlich nur 18 Gramm zu sich, Männer gerade mal 19 Gramm. Die gute Nachricht: Diese Lücke lässt sich gut schließen.
Die wichtigste Regel: Trinken nicht vergessen!
Ballaststoffe sind Quellstoffe, daher brauchen sie Flüssigkeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Ohne ausreichend Wasser können sie sogar das Gegenteil bewirken und zu Verstopfung führen. Die Empfehlung daher: Trinke mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser, ungesüßten Tee oder andere kalorienfreie Getränke pro Tag. Besonders wenn du deine Ballaststoffzufuhr steigerst, solltest du bewusst mehr trinken.
Der Tausch-Trick: kleine Änderung, große Wirkung
Der einfachste Weg zu mehr Ballaststoffen führt über Tauschgeschäfte. Du musst nicht komplett anders essen, nur anders wählen. Beim Brot: Eine Scheibe Weizenvollkornbrot liefert ungefähr doppelt so viel Ballaststoffe wie eine Scheibe helles Weißbrot. Also lieber zur Kornvariante greifen. Bei Nudeln: Im Vergleich zu hellen Nudeln mit etwa zwei Gramm Ballaststoffen pro gekochte Portion (100 Gramm) stecken in einer gekochten Portion Vollkornnudeln rund fünf Gramm. Beim Frühstück: Tausche helle Cornflakes gegen Haferflocken. Mit 10 Gramm Ballaststoffen pro 100 Gramm sind sie echte Kraftpakete und kosten oft weniger als die bunten, zuckrigen Alternativen.
Die Topping-Strategie: ein Löffel extra
Manchmal reicht ein kleiner Handgriff, um jede Mahlzeit aufzuwerten. Diese drei „Superbooster" passen praktisch überall dazu:
  • Geschrotete Leinsamen Ein Esslöffel (etwa 10 Gramm) liefert rund 3 Gramm Ballaststoffe plus wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Einfach ins Müsli, über den Salat oder in den Joghurt streuen. Wichtig: Geschrotet kaufen oder selbst schroten, damit der Körper die Nährstoffe aufnehmen kann. Wichtig zu wissen! Bei Leinsamen empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung maximal 20 Gramm pro Tag (etwa 2 Esslöffel). Bei Chiasamen liegt die empfohlene Höchstmenge bei 15 Gramm täglich. Mehr ist nicht automatisch besser, es kommt auf die Ausgewogenheit an.
  • Chiasamen 10 Gramm bringen circa 3 Gramm Ballaststoffe. Sie quellen in Flüssigkeit auf und machen dadurch besonders lange satt.
  • Flohsamenschalen Der Geheimtipp unter den Ballaststoffquellen. Schon ein Teelöffel enthält mehrere Gramm Ballaststoffe. Einfach in Wasser, Smoothie oder Joghurt einrühren, aber immer mit viel Flüssigkeit trinken!
Die Hülsenfrüchte-Revolution
Linsen, Kichererbsen, Bohnen – diese Gemüsesorten sind echte Ballaststoff-Champions. 125 Gramm gekochte Linsen liefert rund 6 Gramm Ballaststoffe. So baust du Hülsenfrüchte mühelos ein: • Ein paar Kichererbsen in den Salat geben • Linsen in die Bolognese-Sauce mischen (schmeckt man kaum!) • Kichererbsen zu Hummus verarbeiten und als Brotaufstrich verwenden • Bohnen im Eintopf oder in der Suppe Tipp für Einsteiger: Wenn du Hülsenfrüchte bisher selten gegessen hast, starte langsam. Dein Darm muss sich erst an die neue Kost gewöhnen. Beginne mit kleinen Mengen und steigere dich über einige Wochen.
Obst und Gemüse: große Helfer
Nicht jedes Obst ist gleich ballaststoffreich. Diese Sorten punkten besonders: Ballaststoff-Stars beim Obst • Himbeeren: je etwa 2,8 Gramm pro 60 Gramm • Birnen (mit Schale): rund 4 Gramm pro Stück • Äpfel (mit Schale): etwa 2 bis 3 Gramm pro Stück Ballaststoff-Stars beim Gemüse • Artischocken, gegart aus der Konserve: rund 10 Gramm pro 100 Gramm • Rote Paprika, gedämpft: etwa 6 Gramm pro 150 Gramm • Erbsen, gegart: circa 11 Gramm pro 125 Gramm Tipp: Bei Äpfeln, Birnen, Gurken und Kartoffeln stecken viele Ballaststoffe in der Schale. Wenn möglich: Gut waschen und mitessen!
Dein Beispieltag mit mehr Ballaststoffen
Steigere deine Ballaststoffzufuhr schrittweise über mehrere Wochen. Dein Darm braucht Zeit, um sich an die neue Ernährung zu gewöhnen. Zu schnelle Umstellungen können vorübergehend zu Blähungen oder Unwohlsein führen. Das ist normal und gibt sich, wenn sich dein Mikrobiom angepasst hat. Wenn du unter Verdauungsbeschwerden leidest oder du unsicher bist, welche Ernährung dir guttut, wende dich an deinen Arzt oder deine Ärztin.
Das ist eine Möglichkeit, wie du mehr Ballaststoffe am Tag zu dir nehmen kannst: Frühstück: Haferflocken mit geschroteten Leinsamen, Himbeeren und Joghurt Mittag: Vollkornnudeln mit Gemüsesoße und einem kleinen Salat Snack: Ein Apfel mit Schale und eine Handvoll Mandeln Abend: Vollkornbrot mit Hummus und Gemüsesticks
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